Erkenntnis läßt sich nicht beschleunigen

Die immer neuen Strategien zum Forschungsstreamlining, das Geplapper von effizienter Forschung und die Bewertung der Wissenschaft mit einfachsten Kennzahlen, hat das Potential, Originalität und wirklichen Erkenntnisgewinn zu unterdrücken und durch Optimierungsforschung zu ersetzen. Das sieht dann zwar fürchterlich effizient aus, ist aber eine Bankrotterklärung.

 

"Außeruniversitäre Institute stehen (...) häufig (...) unter dem Druck des Postulats nach Anwendbarkeit (Nützlichkeit) ihrer Produkte. Wird diese Nützlichkeit mit der einfachen Maßzahl 'erteilte Patente' gemessen, dann kann das zum Innovationshindernis werden. Das misstrauisch beäugte Innovation-Gap, das genau die Lücke zwischen kleinteiligen Patenten (Inventions) und wirklichen Innovationen beschreibt, ist eine Folge solcher institutionell begünstigter Ängstlichkeit. Wenn schon die Zahl der Patente ein Institut auszeichnet, dann verleitet dies zu 'mutwilligen Patentierungen', zu kleinen Erfindungen im Mainstream, zu 'Knowledgelets'. Dann wird anwendungsorientierte Forschung schnell als Optimierungsforschung missverstanden und Grundlagenforschung als akademisch, als elitär denunziert. Dann ist Fortschritt und Innovation nicht Teil des Konzepts."

Einige Worte dazu in den Gegenworten der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften