Ist noch alles in Ordnung im Garten?

Kleingärtner sind eine verschworene Gemeinschaft. Wenn nicht gerade ein Nachbarschaftsstreit wütet, helfen sie einander. Dieses Helfen ist heutzutage, wo es alles zu kaufen gibt, nicht lawnmower-384589_640(2)unbedingt auf materielle Güter beschränkt. Früher hat der eine Nachbar dem anderen die lange Leiter geliehen, die Motorsäge, einen Häcksler oder den Rasenmäher.

Auch einen Vertikutierer muss nicht jeder in seinem Garten haben. Zudem haben viele Kleingartenvereine einen gewissen Gerätepark, der für alle gegen wenig Geld auszuleihen ist. Die Nachbarschaft heute betrifft mehr das gegenseitige Achten auf mögliche Beschädigungen durch Witterungseinflüsse, eventuelle Einbrüche, Schäden durch Vandalen.

Es ist durchaus eine Beruhigung, wenn nach einem Sturm der Gartennachbar Bescheid sagt, dass noch alles steht im eigenen Garten. Viele Gartennachbarn haben zu diesem Zweck sogar ihre Schlüssel ausgetauscht, sodass ein Gartennachbar handeln kann, wenn der andere nicht da ist.

Diese kleingärtnerische Gemeinschaft nutzt allen

Wer sich auf diese Weise hilft und unterstützt, trinkt auch das eine oder andere Bier zusammen, eine Flasche Wein oder vernascht die leckeren Dinge vom Grill. So entsteht eine Gemeinsamkeit, eine Gemeinschaft, ein angenehmes Zusammenleben. Natürlich gibt es immer wieder Kleingärtner, die sich dem bewusst entziehen. Diese sieht man auch nicht auf den Kleingartenversammlungen oder gar bei den Arbeitseinsätzen. Sie schließen sich bei allem aus und kapseln sich den gegenüber Nachbarn ab.

Gut, auch mit solchen Menschen kann und muss man klarkommen. Probleme gibt es nur, wenn aus dem Nachbargarten Unkraut herüberwächst, Pflanzen die Grenze überwuchern, laut gefeiert wird oder ähnliche Probleme vorhanden sind, die eigentlich durch ein gutes Wort über den Zaun geklärt werden sollten. Wo der Plausch über den Gartenzaun nicht funktioniert, bauen sich nach und nach aus kleinen Problemchen richtige Antipathien auf.

Der Kleingarten und seine soziale Funktion

Früher, als die Kleingartenbewegung durch Herrn Schreber ins Leben gerufen wurde, hatten die Oasen im Grünen vor allem die Funktion der Ernährung. Aber schon damals wurde kräftig gefeiert. Zum Gartenleben gehörte das eine und das andere, Arbeit und Erholung, und feiern. Das hat sich bis heute so erhalten. Lediglich die Ernährungsfunktion ist dem Einkauf im Supermarkt gewichen. Dennoch, die Gartengemeinschaft ist für viele Menschen ein sozialer Anker.

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