Faktoide sind faktartige
so wie hominide menschartige
und geoide erdartige sind
Faktoide mit Factlets oder gar Fakten zu verwechseln, wäre fahrlässig.
Gerade weil es populär ist, die unschärfste Meinungsäußerung bereits für ein 'Fakt' zu halten, sammeln und verbreiten wir hier durchweg Faktoide.
Diese Seite ist Plattform der Gruppe The SmART-S Club
Sie fördert die Kommunikation zwischen Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften.
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Umbau -> SmartS-Club
Aufgrund anstehenden Redesigns und des Umzugs auf eine neue Plattform, wird die Aktualisierung des Contents reduziert.
In der Übergangszeit empfehlen wir, die englischsprachigen Äußerungen auf www.smarts-club.com zu genießen.
Lies es nicht! Eine Erinnerung an die Macht des Verbrauchers
Kai Diekmann, hört man, plane, sagt man...
Es gibt Hinweise aus dem Umfeld des bildgewaltigen aber selbstvermarktungsuntauglichen Künstlers Clemens Wedel, dass die Liebe von Kai Diekmann zu ihm neu entbrannt sei und heftiger noch lodere als ohnehin zuvor. Große Dinge stünden an, sagt man...
... und der Schwefelduft verzieht sich nur langsam :)
(hier geht es zu einigen versteckten Texten, die auszugraben dem Glücklichen Freude bringen möge)
7.3.2012
Alle Akademiker sollen bloggen! Nein!
Zwei Wichtigtuer von der London School of Economics and Political Science behaupten aber genau dies. Es sei notwendig, dass jeder Akademiker blogge. Twitter entwickele sich zur Kommunikationsform für die Wissenschaft, ein neues Paradigma der intra-Wissenschafts-Kommunikation zeichne sich ab und insbesondere das Tempo von Twitter, Facebook und Blogs, die Möglichkeit, innerhalb von 15 Minuten einen Text in die Welt zu setzen, sei ein kraftvoller Grund, dass alles, was sich eines akademischen Grades erfreue, bloggen möge. Es wäre für das Wohl der Wissenschaftskommunikation und mithin der Menschheit.
Dieses populistische Geplauder ging Smart-S so auf die Nerven, dass dort dagegen an formuliert wurde. Mit den erwartbaren Missverständnissen und einigen kritischen Worten.
6.3.2012
Und ein gutes Neues Jahr! :)
(Kopfhörer empfohlen)
4.1.2012
If you like the music: thanx!
You may want to consider to flattr this contribution or just click on the ads on this page.
Frohe Weihnachten!
23.12.2011
Die Emergenz emergenter Phänomene ...
Emergenz wird die Welt retten. Seien es politische, kulturelle oder soziale Bewegungen, Computercluster, Wetterformationen - die schiere Masse der einzelnen Komponenten wird aus dem Rauschen ein Lied machen, aus Massendemonstrationen einen politischen Umsturz, aus Gameboys ein Elektronengehirn... Emergenz wird's richten.
Aber eigentlich sind die Wurzeln doch ganz anders.
Ein kurzer Text auf englisch "Don't count on Emergence!"
28.11.11
PR-Leute fühlen sich ungeliebt
Heute regte sich ein Lüftchen der Empörung und Häme an den Pinwänden der social Media Facebook, google+ und verwandten. Eine Tickermeldung, über 70% der Wirtschaftselite nutze 'soziale Netzwerke'
nicht, sei ein sicheres Zeichen für die Zukunftsblindheit und mithin den Niedergang dieser Elite.
Aber nein.
Die Zeiten, in denen sich Staubsaugervertreter (sorry) über den Tausch bis hin zum Kauf von 'followern' und 'friends' eine ego-bauschende Relevanz erhandeln zu können glaubten, sind doch nun bald
vorbei. Selbst im Internet, so stellt man nun an manchem Medienstammtisch fest, zählt Inhalt und über Kompetenz erworbenes Ansehen. Dies lässt sich nicht durch andere Kennzahlen realitätsersetzend
simulieren.
Ein Beispiel ist der viel-gelesene und oft angerempelte Sascha Lobo, der durch virtuos geschriebene Texte und pointierte Analysen im Netz präsent ist. Dass seine Social Media Ausstülpungen eine
atemberaubende Folgerschar vorweisen, ist Folge der Qualität und könnte diese nicht ersetzen. Dem Kerl hörte man ja auch zu, wenn er - ganz archaisch/unelektrisch - mit Pappkrone auf dem Haupt auf
dem Marktplatz stünde und verkündete.
Das weiss er ja auch.
Und so kann er sich zu Recht und glaubwürdig über Marketing-Profis aufregen, die in ihrem Hausjournal, dem PR
Trendmonitor "über 'desinteressierte Journalisten'" klagen, "die ihnen die tägliche PR-Arbeit erschweren (PR-Agenturen: 40 Prozent; Pressestellen 31 Prozent)“
Des Herrn Lobo Rant liegt hier.
16.11.11
Mein Hirn gehört mir!
Vielleicht ist es eine reale Entwicklung, vielleicht werde ich aber auch nur empfindlicher: der schmatzende Gebrauch aus Naturwissenschaften entlehnter Begriffe ('komplexität, Emergenz, Selbstorganisation...') bei gleichzeitiger Ablehnung der Naturwissenschaften als zu kalt und frei jeglicher Kreativität nimmt zu. Rasch wird nach rechten und linken Hirnhälften sortiert, die gerade in der Gruppe der sich selbst als kreativ bezeichnenden gerne extrem scharf getrennt gesehen werden.
Das ist alles etwas zu einfach, oder?
Ein Text (in Englisch) dazu hier.
4.11.11
der gemeine Troll
Mancher mag ihn nicht mögen wollen, aber er schreibt ja so schön - Sascha Lobo, Internetzgebetteter
Staubsaugervertreter, weiss warum Kommentatoren in Blogs oft so furchtbar unnett formulieren: sie suchen
Zuneigung, Liebe - clicks eben. Diese pathogenen Streithammel , so erklärt er gut und richtig und eben achsoschön, lassen sich durch einige herausstechende Merkmale als Trolls kategorisieren und so
schließlich irgendwie bändigen. Man möge sie nicht füttern, sagt der elektrische Volksmund in seinem Heimatdialekt "don't feed the trolls", was ja schlicht Konfuzius-artige Weisheitsdimensionen
annimmt, wenn man es denn rückübersetzt zu Schäufelchenkrieg-Deeskalationstauglicher Handreichung: "egal wer angefangen hat, wer aufhört, hat gewonnen".
Bei aller Klarheit hat er aber wohl eine Funktion des gemeinen Trolls vergessen: dieser wird leicht als Schutzschild gegen möglicherweise dem Ego nicht genehme Kritik eingesetzt. Gefällt mir der
Hinweis eines Schreiberlings auf meine schlechte Recherche nicht - na, dann ists eben ein Troll gewesen und ich kann, ja muss ihn - Karmapunkte verdienend - ignorieren.
3.11.11
Danke für Blumen
Diese Woche sind wir Blogtip der Woche bei kaliban.de
31.10.11

Die Faktoide werden in Ballungsräumen besonders gerne gelesen; im Westen mehr als im Osten und in Berlin ist man nahezu verliebt darin. Vielen Dank für die Zuneigung.
31.10.11
Der Schlecker-Brief - ungelesen
Es wäre furchtbar anstrengend, einen Text von Anfang bis zum Ende zu lesen bevor man eine beissende Kritik darauf verfasst.
Es wäre auch schrecklich ablenkend, den Text zu verstehen, ehe man seinen Verriss abgeschickt hat.
Ganz entsetzlich ermüdend wäre es schließlich, bei der Konstruktion des etablierten Feindbilds gegen die vorliegende Evidenz anarbeiten zu müssen.
Aber dies ist alles nicht nötig - man reiht sich flugs ein in die Stimmen der Kritiker und wird von diesem Strom getragen - durch das Internet, das Feuilleton.
So geschehen auch bei den Kommentaren zu einem Brief, den der Leiter der Unternehmenskommunikation von Schlecker an einen selbsternannten Hüter
der deutschen Sprache richtete, nachdem dieser sich über den neuen Slogan "For you, vor Ort" echauffierte. Angeblich wurden in jenem Brief die unteren Bildungsschichten geschmäht, die sich Schlecker
selbst als Kundschaft wählte.
Der immer präsente Sascha Lobo kochte es zwar mutig herunter auf ein "Der Schleckerskandal, der eigentlich keiner ist,
sondern nur Normalarroganz gepaart mit fehlendem Wissen", hat aber - wie die Herde der anderen, die sehr beißende, nahezu schwefelstinkende Ironie des durchaus wortgewandten Schlecker-Briefschreibers
schlichtement nicht gesehen (weil: nicht gelesen).
Ich lese mal laut vor:
"Dieses Motto sollte die durchschnittlichen Schlecker-Kunden, die niederen bis mittleren Bildungsniveaus zuzuordnen sind, ansprechen.." - steht tatsächlich am Anfang. Aber, wenn wir mal kurz
gemeinsam weiterlesen wollen (auf 'Drei' - eins, zwei, uuuuund:)".. die Zielgruppe unseres Werbespruchs sind (...) nicht die vielleicht 5% der Bevölkerung, zu denen Sie und Ihre Mitunterzeichner
gehören (nämlich promovierte Akademiker, Philologen und andere reflektierte Sprachverwender) - sondern die übrigen 95%.Die Funktion eines Werbespruchs ist es, in dieser breiten Masse der Bevölkerung
nachhaltig positive Aufmerksamkeit zu erregen."
Voilà!
Süffisant lächelnd, wird der nörgelnde "Sprachverwender" und Kleingärtner der deutschen Sprache gehätschelt und gepudert als "promovierter Akademiker, Philologe und reflektiert" - den oberen 5%
angehörend. Die anderen (95%) sind dann die niederen bis mittleren Bildungsniveaus. Da freut sich der Schlecker-Slogan-Kritisierende und gibt Ruhe. Eine immer wieder funktionierende Strategie.
Noch ein Schlussschnörkel "Wir nehmen Ihren Protest also mit Sympathie zur Kenntnis, müssen Ihnen aber gleichzeitig mitteilen...... und bitten dafür um Ihr geschätztes Verständnis" - herrlich!
Und Sascha Lobo reitet weiter auf der Welle - treibt einen ja der Mainstream am schnellsten durch die ersehnte Öffentlichkeit und kann man ja seine 'Kompetenz' in 'Social Media' und 'Marketing' so nocheinmal andingen. Mir ist SLs Text zu selbstgerecht.
28.10.2011
Der deterministische Freie Wille
Im Wissenschaftsjournal Nature wird über physiologische Experimente berichtet, die Hirnaktivität bereits sieben Sekunden vor einer bewussten, 'freien' Entscheidung nachweisen.
Diese Experimente werden heiss diskutiert, könnten sie doch der Beleg dafür sein, dass der freie Wille eine Illusion ist ...
Eine Debatte dazu findet sich auf der Seite des SmartS-Club:
25.10.2011
Kommt ein Neutrino in eine Bar
Viel Aufsehen erregte jüngst ein Experiment, in dem möglicherweise Neutrinos nachgewiesen wurden, die schneller fliegen als Lichtgeschwindigkeit. Insbesondere in pseudowissenschaftlichen Kreisen schlagen die Herzen höher (siehe Kommentar bei SmartS).
Wirklich interessant aber sind die Folgen, sollte es zutreffen:
es käme zu einer Umkehr von Ursache und Wirkung und somit modifizierte sich der legendäre Neutrino-Joke zu:
"Sagt der Barmann:'heute nur geladene Gäste'
Kommt ein Neutrino in eine Bar"
und die bislang unbekanntere englische Variante wäre
"says the bartender:'I would have to charge you'
A neutrino orders a drink"
10.10.11
Future Science - Essays From the Cutting Edge
Achtzehn kleine Essays von achtzehn weitgehend unbekannten, jungen Wissenschaftlern - die Liebe zur Wissenschaft, eine Mikrokritik hier.
23.8.2011
Sie fühlen sich oberhip und sind so überbewertet...
Ein kurzer Kommentar zur wissenschaftsesoterischen Site bigthink.com - in englischer Sprache) auf unserer Schwesterseite Smart-S.
26.7.2011
Berlin - relax!
Ein lauer Tag in Berlin
23.5.2011
Schrödingers Katze ist nicht tot - sie riecht nur komisch
Gerne wird in populärwissenschaftlichen Texten ein erhabenes Bauchgefühl der Paradoxie genährt. Licht sei Welle und Teilchen, gleichzeitig, ein Elementarteilchen könne an jedem Ort zur gleichen Zeit sein, etc. So angenehm solche Akte gemeinsamen Staunens auch sind, sie führen an der Sache vorbei.
Nicht nur, weil in englischer Sprache, könnte jener Text auf faktoide.blogspot.com nur wenig erhellend sein - aber vereinzeltes Applaudieren wegen aufrichtigen Bemühens wäre keine verfehlte Geste. Wohlan.
28.4.2011
Big talking men bei Bigthink.com
Die website Bigthink.com featured Mr Kaku, einen sympathischen älteren Herrn (Physiker seines Zeichens), der im Video fundamentale naturwissenschaftliche Fragen populär beantwortet. So wünschenswert eine Popularisierung wissenschaftlicher Ergebnisse auch ist, so birgt sie immer die Gefahr, den Kern durch gewagte Vereinfachungen zu verfehlen und somit eine Scheinerkenntnis zu erzeugen, die vielleicht schädlicher ist als Unkenntnis. In seinem Beitrag "warum Physik die Debatte um den Freien Willen endgültig beendet" findet man zu viele solcher überzogener Vereinfachungen. Recht lapidar erläutert Mr Kaku, dass die Quantenmechanik uns lehrt, der Ort eines Elektrons könne nicht bestimmt werden - es könne an jedem Ort zur selben Zeit sein. Dies ist falsch. Auch ist in der Quantenmechanik ein Elektron keine Welle - Eigenschaften der Elektronen werden vielmehr durch Wellen *beschrieben*. So lässt sich die Aufenthaltswahrscheinlichkeit eines Elektrons beispielsweise durch eine Wellenfunktion darstellen. Aber auch wenn diese für jeden Ort in der betrachteten Kiste die gleiche Aufenthaltswahrscheinlichkeit angibt, so heisst dies nicht, dass das Elektron gleichzeitig an jedem Ort ist. Die Wahrscheinlichkeit sechs Richtige im Lotto zu haben, ist für jede erlaubte Zahlenkombination gleich hoch, dennoch gewinnen nicht alle Zahlenkombinationen gleichzeitig. Das Ziehen der Lottozahlen ist das, was man in der Quantenmechanik etwas atemberaubend das "Kollabieren der Wellenfunktion" bezeichnet. Durch Nachschauen, Messen wird aus der Vielfalt möglicher Lösungen tatsächlich eine einzige ausgewählt. Eigentlich keine aufregende Sache - es sei denn es handelt sich um die richtigen Zahlen auf dem Lottoschein.
16.4.2011
(I dont know what the dog is doing in there :-) )
Appartment 5.mp4
MP3-Audiodatei [665.7 KB]
Fastfood Wissenschaft
Die Wissenschaft wird schneller. Veröffentlichungsraten steigen exponentiell, das schiere Volumen wissenschaftlicher Papiere ist kaum mehr handhabbar, Wissenschaftsmanager werden eingeschaltet und
Wissenschaftsvermarkter, um im Geschrei um die Fördertöpfe Gehör zu finden.
Wissenschaftler werden gedrängt, modisch zu sein, bei der Themenauswahl bereits die Anwendung im Auge zu haben und brachial zu popularisieren, unter dem Vorwand, der Gesellschaft etwas zurückzugeben
zu müssen.
Aber die Gesellschaft läßt sich nicht betrügen.
Eine Kiste mit Worthülsen, tödlichen Vereinfachungen, schrillen Visualisierungen nicht visualisierbarer Phänomene, Ersatzverständnis von Erkenntnisderivaten - das ist nicht, was wir 'dem
Steuerzahler
schuldig' sind, wie zu schnell, zu plakativ demjenigen entgegengestellt wird, der den wahren Erkenntnisgewinn für eine größere und wichtigere Leistung für die Gesellschaft hält, als das
abenteuerliche Bauchgefühl bei der Betrachtung eines cartoonhaften Erkenntnisersatzes.
Nahzu rührend wirkt hier das Thesenpapier zur Entschleunigung der Wissenschaft, das auf das 4. Berliner Wissenschaftsgespräch "Vertrauen in der Forschung – Vertrauen in die Forschung" zurückgeht, das
auf Einladung der Robert Bosch Stiftung im November 2009 stattfand.
Rührend, aber immernoch aktuell.
Siehe auch Wissenschaft läßt sich nicht beschleunigen
25.3.2011
PDF-Dokument [22.6 KB]
Leseratten ohne Buch sind, well, Nagetiere
Amanda Hocking war als Kind das, was man gemeinhin eine Leseratte nennt, nun verkaufte sie knapp eine Million Exemplare ihrer eigenen Novellen selbstvertrieben
als eBooks über das Internet und nutzt ihre Sichtbarkeit im Einsatz für das Gute und Schöne: sie unterstützt z.B. die Rettung von 1000 Ratten vor dem sicheren Untergang. Support your local
rodent!
Ein kurzer Text auf SmartS.
22.3.2011
Jeden Montag verfüttere ich ein kleines Kaninchen an meinen fleischfressenden PC
...denn es gibt doch andere ökologische Energiequellen als nur Sonne, Luft, Wasser und Liebe, oder?
10.2.2011
Twitter wird ab 29.2.2011 ausschließlich englischsprachige Tweets verarbeiten
Dies sei eine Reaktion auf die Anfragen des US Justizministeriums, personenbezogene Daten von Nutzern, die mit Wikileaks sympathisieren, freizugeben. (mehr)
9.1.2011
Exzellent bewertet - wissenschaftlich ein Flop
Erschienen in Gegenworte 24, Hefte für den Disput über Wissen.
Vor 10 Jahren leuchtete ein Stern am Wissenschaftshimmel täglich hell und heller. Ein junger Physiker von den Bell Labs präsentierte mit hoher Frequenz elegante experimentelle Ergebnisse von grundlegender physikalischer Bedeutung - zumeist in “letters” genannten, kurzen Artikeln der höchstdotierten naturwissenschaftlichen Journale (Nature, Science, Physical Review Letters).
Allein im Jahr 2000 publizierte der als Erstautor genannte 30-Jährige Jan Hendrik Schön acht Beiträge in Nature und Science - mehr als die meisten etablierten Physiker ín einer lebenslangen Wissenschaftlerkarriere.
17.12.2010
World Wide Mobbing
ein Kommentar zur Validierung von Informationen im Netz - im Zusammenhang mit Wikileaks.
8.12.2010
Schachboxen
Now to something completely different...
Being proud of your brains? Got muscles too? Did you ever think of chess-boxing? The inventor, Iepe Rubingh, performance artist, boxer and a chess-player with an impressive ELO rating of 1850
will 'perform' on Saturday, November 6th 2010 in Berlin. Probably worth a view - and
it certainly puts a new spin on the notion of "cultural impact"...
3.11.2010
Was zum Teufel ist Nano?
Die EU ruft zur Begriffsfindung auf. So, what the heck is nano? Wir können helfen...
28.10.2010
Hucho & Hucho über Bewußtsein...
Ein knapper Schlagabtausch zu Bewußtsein und einer Grenze künstlicher Intelligenz zwischen Hucho (Neurochemiker) und Hucho (Physiker). Zur Erbauung.
22.10.2010
Smartass ist nun kommentierbar
Die Website des Berliner SmartS-Club gibt das Monologisieren auf. Es können ab sofort auch Kommentare geposted werden.
Binäres Bier und andere Computer
Konventionelle Computer operieren mit binären Zuständen - diese sind gewöhnlich elektrischer Natur. Daß dies nicht immer so sein muß und daß auch Staub denken kann, zeigten ein paar wahnsinnige Computer-Kids. Der Weg zu diesen führt hier entlang.
18.10.2010
"Es geht nicht um Geld"
David Gelernters Firma "Mirror Worlds Technolgies", die Software entwickelte, die den Umgang mit Computern intuitiver und freier gestalten sollte, war ihrer Zeit zu weit voraus. Die Firma
versuchte Ideen umzusetzen, die Gelernter in seinem Werk "Mirror Worlds: or the Day Software Puts the Universe in a Shoebox...How It Will Happen and What It Will Mean" ausbreitete.
2001 kam das einzige Produkt von Mirror Worlds auf den Markt, Scopeware, ein Stapel von Register-Karten auf dem Bildschirm, von denen jede einzelne eine email, eine Webpage, ein Dokument, ein Foto...
enthält.
Beim Durchblättern werden die Inhalte dynamisch sichtbar - ein Navigationsprinzip, das sich in Apples "Cover Flow" wiederfindet.
Wegen fehlender Umsätze wurde das Unternehmen 2003 aufgelöst.
Was blieb, waren ein paar Patente.
Mit einigen dieser Patente zog Gelernter vor Gericht und nahm sich Apple und seine nutzerfreundlichen Interfaces vor. Er sah seine patentierten Ideen unrechtmäßig umgesetzt und bekam nun im
Patentstreit Recht:
Ein Bundesgericht in Tyler, Texas befand, daß Apple drei Patente von Gelernter verletze und verurteilte Apple zu einer Zahlung von 625.5 Mio US$.
Vor Veröffentlichung des Urteils sprach Gelernter mit dem Blog "Big Think" über das Verfahren und betonte, dass es weniger um Geld als um Gerechtigkeit ginge.
Nunja, es ging weniger um Geld, aber um mehr Geld als je zuvor in einem Patentstreit in USA geflossen ist.
7.10.2010
Das wird man doch wohl noch sagen dürfen...
...mit dieser Blase fräst sich die Journaille durch den Blätterwald
und lamentiert über den Untergang der Meinungsfreiheit.
Dabei wird der z.T. haarsträubende Unfug laut, überall,
vom Stammtisch über Publikationen eitelster Plusterer
bis zu den Empörung heuchelnden, anbiedernden, sogenannten
Massenmedien herumgebrabbelt. Im Wesentlichen nahezu
ungebremst.
Was diese Dampfplauderer nicht ertragen: Widerspruch und Diskussion.
Ja, man wird das "doch noch sagen dürfen" - aber sich den Widerspruch
zu verbitten und sich dabei auf die freie Meinungsäußerung zu berufen,
ist schon recht albern.
7.9.2010
Bewußtsein ist ein emergentes Phänomen...
...daher ist es nicht simulierbar.
Künstliche Intelligenz: Simulation von intelligentem Verhalten ist keine Intelligenz
Ein Computer kann das am besten, was ein Hirn kaum schafft: Rechnen, simulieren. Aber eine Simulation erzeugt nur ein Objekt mit ähnlichen Eigenschaften wie das Original - basierend auf einem grundlegend anderen Mechanismus. Es ist ein Imitat des touch-and-feel des realen Dings. Eine Simulation imitiert die Oberfläche, das generelle Erscheinungsbild oder auch spezifische Eigenschaften. Sie verwendet dazu aber Algorithmen oder Prozesse, die mit der zugrundeliegenden Funktionalität des simulierten Objektes nichts zu tun haben müssen.
Die
zugrundeliegende Simulationsmaschinere kann grundlegend unterschiedlich sein - und so gehen wichtige Aspekte des simulierten Objekts verloren. Einer davon ist der inhärente Prozess selber. Somit wird
die beste Simulation intelligenten Verhaltens keinen Aufschluß über Intelligenz und die beste Simulation des freien Willens keinen Aufschluß über den freien Willen geben.
Siehe auch The SmartS Club
Zwist über den Staat - es war doch schon alles geklärt, damals
Da hieben zwei mit bloßen Fäusten aufeinander ein, was denn die Aufgabe des Staates sein könnte und kamen nicht über ein paar Anfangsrempeleien hinweg (das Duett der Duellanten), dabei ist doch längst geklärt, ich zitiere "Wenige Stunden später hatten Stirn und Dominiak das Problem des idealen Staates ein für alle mal gelöst."
Die Kopie ist kein Original - und originell schreibt man anders
Was befeuert die Diskussion über die Grenzen zwischen Zitat
und Contentklau in der Bloggerszene immer wieder?
Es ist doch offensichtlich, wo das Zitat aufhört und fremder Federschmuck anfängt (siehe kadekmedien zu Zitieren und Kopieren)
Es ist der Drang, um jeden Preis im Web sichtbar zu sein, ein gewisses
Maß an Eitelkeit - gemessen an Klickraten - gepaart mit lähmender Einfallslosigkeit, die in vielen Fällen dazu führen, die eigene Hohlheit mit fremdem Content füllen zu müssen. Dauerhaft Follower
findet man so ebensowenig wie die zwölfte Kopie des dritten Remakes eines verspäteten Sommerhits.
Wollt Ihr die Werbefuzzis in Eurer Stammkneipe?
Das wußten wir aber doch alle, oder:
Social Media sind ein Marketing-Tool, keine Gesellschaftsform. Ein interessanter und ehrlicher Vortrag
von Mirko Lange (talkabout communications)
The stuff in the web is not information - it is data!
Thousands of blogs copy snippets from different sources, sometimes enrich them with comment (more often they don't), repost, redistribute, recycle. Twitter plugs up the net with autistic-looking short-messages and a seeming gazillion applications allow users to automatically cross-contaminate social networks with annoying status-messages.
Meta-Mining
Der Weg durch die Fluten des Web-Geplappers liegt nicht in Sortiermechanismen oder Verzweiflung, sondern in intelligentem Zugriff auf die Meta-Information, liest man auf The Smarts Club.
You don't want an i-Pad? You are getting old!
The old tecchies recite their mantra of 'if you can't open it, you don't own it'. They
lament that the i-Pad has no keyboard, no CD-drive, no printer connection - they miss the bundle of wires that make a computer to a computer. "The original Apple ][+ came with schematics for the
circuit boards, and birthed a generation of hardware and software hackers who upended the world for the better", writes Cory Doctorow on boingboing.net "Why I won't buy an iPad (and think you shouldn't, either)" .
Well, sure. We are getting old and we say what we hated to hear our parents say when they got old:"the good old days were better."
You remember when you were able to repair your car by yourself - everything? When your telephone went silent - with a bit confidence and a drop of oil you could get it ring again. And the radio, yep,
a flip against the coil, a resolute puff over the tunable capacitor, some dust-clouds - done!
Todays devices are different without being bad or evil.
The access moved to a meta-level. Go look at the way you do programming. In the (good, of course!) old days we hacked assembler-code, then moved to C (and still did some assembler-tweak), then C++.
We started using Meta-languages like Delphi, created code by drag and drop, embedded libraries of code we did not even look at. We don't code the graphics-interface of our software anymore.
This transcending to the meta-level is happening everywhere. And it is good.
The i-Pad is a Meta-type of an access-device. The i-Pad is no computer and the i-Pad is no phone.
Das Duett der Duellanten
Eine Arabeske über den Staat harrt der Aufwertung durch virtuose Kommentare
(März 2010)
"Bad English" wird von unseren Politikern auf allerhöchstem Niveau gepflegt
dabei ist es doch eigentlich das Idiom der internationalen Wissenschaft
Lingua franca Englisch! Die gemeinsame Sprache der Wissenschaft, ganz besonders der Naturwissenschaft, die Sprache, auf die sich Deutsche und Franzosen ebenso wie Japaner und Russen und Wissenschaftler jeder Provenienz, mit auch noch so inkompatiblem sprachlichem Hintergrund, einigen, wenn man der Muttersprache des Gegenübers nicht mächtig ist.
Gegenworte 7, 2001 Berlin Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Stefan Niggemeier mag das Internet ja
und so plaudert er gegen die Kulturpessimisten an:
"(Das Internet) ist nicht auf gute Presse angewiesen. Seine technischen Vorteile sind für die meisten Menschen, die jungen zumal, so offenkundig, dass sie auch nicht darauf hereinfallen, dass in der Rhetorik der Papierjournalistenlobby das Internet synonym ist mit marodierenden Kinderschänderbanden, der Kiosk hingegen anscheinend nur edle Hochglanzzeitschriften feinster Recherchekunst anbietet.
Ein Problem wird die Internetfeindlichkeit der klassischen Medien und Journalisten nur – für die klassischen Medien und Journalisten.
"
don't be evil yourself - let others help you
"Don't be evil" meets "spy on everyone"
Ist dies das Ende von Google as we know it? Scheinbar um Hacker-Angriffe aus China abzuwehren verbündet sich Google mit der National Security Agency, die dafür bekannt ist, illegal Telefonate abzuhören und so viele Daten über US-Bürger zu sammeln wie nur irgend möglich. Kann Google seine Nutzerdaten vor deren Zugriff schützen? Wired Magazine hat so seine Zweifel
Der Internetpionier ist retro
Jaron Lanier läßt sich 'Internet Pionier' nennen. Dabei plustert er sich auf seiner Website in der dritten Person, dass er den Begriff „virtuelle Realität“ „entweder geprägt“ oder „mit popularisiert“ habe. Auch ich habe das Internet entweder erfunden oder nutze es eifrig.
In der Süddeutschen Zeitung demonstriert er eindrucksvoll den Einstieg in Altersradikalität und intellektuelle Erstarrung:
"Am Anfang stand die Utopie, dass Menschen und Maschinen dasselbe sind". Das ist Unsinn. Wessen Utopie ist oder war das? Seine wahrscheinlich, die er entweder entwickelte oder mit geringem Erfolg popularisieren half. Der Übergang vom Computer zum Menschen soll, so Lanier, Singularität heißen - das ist esoterischer 'Science-Speak', die Imitation des Klangs von Wissenschaftlichkeit. Eine Singularität ist eine spezielle Form eines nicht kontinuierlichen Übergangs. Also zumindest ein Bruch. Man könnte auch sagen, dass es den Übergang von Maschine zu Mensch nicht – jedenfalls nicht vorhersehbar - gibt.
Der aktive Mitnutzer – oder war er doch der Erfinder – des Internet 0.1Beta kommt zu der erstaunlichen Erkenntnis „früher war alles besser“
Ein Pionier der Medizin ist kein Hirnchirurg.
Between possible and imaginary
"Between Possible and Imaginary" war das Thema eines Science Festivals in Rom Mitte Januar.
Der amerikanische Popularisierer John Brockman sammelte die Vorhersagen einiger der brilliantesten Denker der Zeit. Interessante Lektüre
Wissenschaft ist keine Kunst
die vegetative Rezeptionsebene der Kunst
Etwas älter, aber wohl doch noch ein tauglicher Kommentar in an- und abschwellenden Kulturdebatten:
Von der Biodiversität der Forschung
Erkenntnis läßt sich nicht beschleunigen
Die immer neuen Strategien zum Forschungsstreamlining, das Geplapper von effizienter Forschung und die Bewertung der Wissenschaft mit einfachsten Kennzahlen, hat das Potential, Originalität und wirklichen Erkenntnisgewinn zu unterdrücken und durch Optimierungsforschung zu ersetzen. Das sieht dann zwar fürchterlich effizient aus, ist aber eine Bankrotterklärung.
Einige Worte dazu in den Gegenworten der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
Faktoide

